Titan Rennrad 8bar Mitte Custommade

1×13 SRAM Rival XPLR AXS vs. Dura-Ace 2×10 (2010)

Rennrad, Long Distance und Nomaquito

Wie viele vielleicht bemerkt haben, besitzt Nomaquito eine gewisse Nähe zum Radsport, insbesondere zum Rennradfahren und zu Long-Distance-Touren. Die Idee zu unserem Tropical sleeping bag entstand genau aus der Planung einer solchen Tour – und wurde inzwischen auch von Langstreckenfahrern erfolgreich eingesetzt.

Aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag meine Erfahrungen und Gedanken beim Kauf meines letzten Rennrades sowie erste Fahreindrücke teilen.

Der Bericht ist aus zwei Gründen besonders interessant:

  1. Es wurde bewusst nur ein Kettenblatt (1×13) verbaut – ein Beitrag zur aktuellen Diskussion
  2. Meine – vorweggenommen – sehr positiven Erfahrungen mit 8bar Bikes

Der Traum vom Titan Rennrad

Bereits im Jahr 2000, während eines Praktikums bei der Fahrradfabrik Schauff im Vertrieb, hatte ich die Gelegenheit, Aluminium-, Carbon- und Titanräder zu testen. Damals war ich selbst noch auf Stahl-Pinarello mit Rahmenschaltung unterwegs – doch schon zu diesem Zeitpunkt war klar:

👉 Irgendwann sitze ich auf einem Titanrad.

Mein letztes Rad, ein Canyon Ultimate AL aus 2009 mit mechanischer Dura-Ace (6,8 kg ohne Pedale), war inzwischen in die Jahre gekommen – ebenso ich selbst. Also fiel die Entscheidung:

👉 Jetzt oder nie – Titan.


Der Schritt zum 1×13 Antrieb

Relativ früh entstand auch der Gedanke, sich auf ein Kettenblatt zu beschränken.

Mit der neuen SRAM Rival XPLR AXS 1×13 wurden meine Bedenken hinsichtlich:

  • zu großer Gangsprünge
  • oder eines zu kleinen Übersetzungsspektrums

deutlich reduziert.

Wichtig war mir dabei, dass das Setup näher an einer klassischen Rennradübersetzung liegt als an einer Gravel-Konfiguration. Deshalb fiel die Wahl auf ein 46er Kettenblatt, im Gegensatz zu den häufig verbauten 40–44 Zähnen bei Gravelbikes.


Die Suche nach dem richtigen Hersteller

Für ein solches Setup war es notwendig, einen Hersteller zu finden, der individuelle Wünsche (Custommade) umsetzt.

Eine zusätzliche Herausforderung:
👉 Viele Rahmen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit UDH-Schaltauge ausgestattet.

Nach einiger Recherche stieß ich zufällig auf 8bar, eine kleine Manufaktur aus Berlin mit vielen Möglichkeiten zur Selbstkonfiguration – allerdings zunächst ebenfalls ohne UDH.

Der erste Kontakt drehte sich daher direkt um diese Frage – und verlief positiv:

  • Neue Titanrahmen mit UDH waren bereits in Entwicklung
  • Mein Rahmen wurde auf Bestellung in eine Vorablieferung per Luftfracht aufgenommen

Lieferung, Aufbau und erste Eindrücke

Nach gelegentlichen Abstimmungen während der Produktion stand das Bike Anfang März perfekt verpackt vor der Haustür – mit einem Gewicht von knapp 8 kg.

Der Aufbau war relativ schnell erledigt, auch wenn die Feinabstimmung etwas Zeit und erste Testfahrten erforderte. Gründe dafür waren unter anderem:

  • Wechsel von Rahmengröße 54 auf 51
  • neue Brems-/Schalthebel
  • kürzere Kurbel

Auch die Muskulatur musste sich zunächst anpassen.

Trotzdem:
👉 Gefühl, Vertrauen ins Rad, Steifigkeit des Rahmens und die wahrgenommene Dynamik stimmten von Anfang an

Das Rad war sehr sauber und präzise eingestellt. Die Abstimmungen mit dem Hersteller sowie meine eigenen Erfahrungen hinsichtlich Größe, Kurbellänge und Spacer führten zum richtigen Ergebnis.

👉 Ein dickes Lob an das 8bar-Team


Vergleich: Dura-Ace 2×10 vs. SRAM Rival 1×13

Zurück zur Ausgangsfrage – wie schlägt sich das neue Setup im Vergleich?

Bisherige Schaltung:


Vergleich der beiden Systeme

  • Dura-Ace 2×10
  • 50/34
  • 11–28 Kassette
  • Übersetzung: 121–455 %

Neues Setup:

  • SRAM Rival XPLR AXS 1×13
  • 46 Kettenblatt
  • 10–46 Kassette
  • Übersetzung: 100–460 %

Praxis im Gelände und in den Bergen

Da ich im Voralpenland unterwegs bin und gerne auch in den Bergen fahre – teilweise mit Gepäck – kam ich mit der alten Übersetzung gelegentlich an Grenzen, insbesondere:

  • mit zunehmendem Alter
  • und gelegentlich etwas höherem Gewicht 😉
  • Alpe d’Huez und Co. im letzten Jahr war schon leicht über Quäldich

Der Wunsch nach einem noch leichteren Gang war also vorhanden.


Fahreindruck des 1×13 Systems

Mit der neuen Konfiguration ergibt sich:

  • eine vergleichbare, sogar leicht größere Bandbreite
  • Der neue Gang mit 100% wirkt noch etwas ungewohnt
  • insgesamt ähnliche Gangsprünge
  • nur in einem Bereich ein etwas größerer Sprung

Interessant ist:
👉 Genau in diesem Bereich wurde bei der 2-fach-Schaltung häufig das Kettenblatt gewechselt, mit dem gleichen Resultat eines noch größeren Sprungs und dem Gegenschalten auf kleineres Ritzel (vgl. Ziffern in rot).

Mit der 1×13 hingegen:

  • erfolgt ein kontinuierliches Durchschalten
  • ohne Gedanken an einen Kettenblattwechsel

Zusätzliche Vorteile:

  • weniger Gewicht
  • kein Umwerfer
  • geringere Anfälligkeit (z. B. Kettenabwürfe)

Fazit

Nach über 40 Jahren Rennradfahren – ohne jemals wettkampforientiert gewesen zu sein – ist das für mich:

👉 eine absolut plausible und überzeugende Lösung

Ich halte es zudem nicht für ausgeschlossen, dass ähnliche Konfigurationen:

  • künftig häufiger im Profibereich zu sehen sind
  • oder dort bereits eingesetzt werden

Nomaquito Tropenschlafsack
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